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Politik und Helios MariaHilf bleiben im Gespräch.

Turbulent ging es in den vergangenen Wochen zu, was die Geburtshilfe in der Helios Klinik MariaHilf in Harburg betrifft. War der personelle Wechsel bei Hebammen, Chefärztin und Oberärzten nun ein Zeichen eines beeinträchtigten Arbeitsklimas oder im Rahmen der üblichen Personalfluktuation?

Das wollten die Fachpolitiker der Harburger Bezirksversammlung im Rahmen einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses klären. Auch die Bürgerschaft hatte das Thema über Anfragen und eine Ausschussanhörung schon erreicht.

„Viele Informationen haben wir im Ausschuss schon erhalten,“ meint die SPD-Abgeordnete Eftichia Olowson-Saviolaki, „doch manche Dinge können in persönlichen Gesprächen direkter und offener angesprochen werden. Deshalb haben wir gerne die Einladung zu einem weiteren Gespräch mit der Geschäftsführung der Klinik angenommen. Uns ist es hier besonders wichtig, dass das Vertrauen in eine gute Einrichtung nicht beschädigt wird. Mit unbedachten Äußerungen sorgen gerade manche Menschen bei den werdenden Eltern für Verunsicherung. So darf man mit den Menschen und auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik nicht umgehen.“

Dass es sich hierbei um ein hochemotionales Thema handelt, ist für jeden offensichtlich. Als werdende Eltern erwartet man eine vollumfassende Versorgung mit ausreichendem Personal aller erforderlichen Fachrichtungen. Da klingt es erst einmal nicht besonders vertrauenserweckend, wenn man von einem Aufnahmestopp lesen muss. Andererseits ist das ein ganz normaler Vorgang zum Schutz der werdenden Mütter und ihrer Kinder. Nur wenn die optimale Versorgung gewährleistet ist, nur wenn auch entsprechende Geburtszimmer zur Verfügung stehen, kann eine Geburtenstation auch mit ruhigem Gewissen in dieser besonderen Situation voll und ganz für die Gebährenden da sein. Sollte das nicht gewährleistet sein, so ist es verantwortungsvoller, auf ein anderes Haus zu verlegen, dass zu diesem Zeitpunkt entsprechende Kapazitäten frei hat. Bei Notfällen sieht es selbstverständlich anders aus – da muss im Einzelfall entschieden werden, was für die Betroffenen die bessere Lösung ist.

Neben Olowson-Saviolaki nahmen auch der Ausschussvorsitzende Jörn Lohmann (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE) und Britta Herrmann (Fraktionsvorsitzende GRÜNE), teil. MariaHilf-Geschäftsführer Philipp Fröschle, der das Haus Ende März verlassen wird, wurde vom ärztlichen Regionalleiter, der Pflegedirektorin, der Leitung der Hebammen und dem Betriebsrat bei dem Gespräch begleitet. So konnte dann auch ein tieferer Einblick in die Personalsituation gewonnen werden.
In dem Gespräch wurde die Entwicklung der Personalsituation im Jahr 2018 detailliert in den Blick genommen. Das ärztliche Personal – sowohl Fachärzte als auch Assistenzärzte ¬– lag ab Mitte des Jahres deutlich über den erforderlichen Versorgungswerten. Gleichwohl räumte die Klinik auch ein, dass es im ersten Halbjahr nicht immer rund gelaufen ist. In diesem Zeitraum fand die Trennung der Abteilungen statt, es gab auch urlaubs- und krankheitsbedingt hin und wieder Engpässe, doch sind diese Umstellungsschwierigkeiten gemeistert worden. "Es ist es schwierig zu verstehen, warum die Ärzte zu dem Zeitpunkt kündigen wo es eigentlich zu einer deutlichen Verbesserung gekommen ist. Hier kann es viele Gründe geben. Die personelle Arbeitssituation drängt sich allerdings nicht auf," vermutet Olowson-Saviolaki.

Auch dem Betriebsrat lagen keine Kenntnisse über Probleme bei der Geburtsklinik vor der Kündigungswelle und der Berichterstattung darüber in der Presse vor. Derartige Probleme seien auch in einem kleinen, eher familiär geführten Haus, unüblich. Probleme habe es wohl bei der Kommunikation der Veränderung bezüglich der Vergütung der Dienste gegeben. Auf Eindringen des Betriebsrats wurden Regelungen des Tarifvertrags umgesetzt, damit auch ersichtlich werden kann wie viele Stunden tatsächlich die Mitarbeiter leisten. Das sei bis jetzt nicht möglich gewesen und dies hätte auch dem Arbeitsschutzgesetz widersprochen. Das könne eigentlich auch nicht der Grund der Kündigungen gewesen sein. Auch sei die Chefärztin bei der Veränderung involviert gewesen sagt der Betriebsrat, zudem kam es bei den anderen Abteilungen zu keinerlei Verständnisprobleme.

Die Nachbesetzungen der offenen und freiwerdenden Stellen läuft aktuell auf Hochtouren. Ein Oberarzt sei bereits eingestellt, weitere Bewerbungsverfahren laufen. Es gebe aktuell keine Bedenken, hochqualifiziertes Personal zeitnah einstellen zu können. Seitens der Hebammen berichtete die Hebammenleitung über eine gute personelle Lage aktuell.

Das Fazit von Olowson-Saviolaki lautet daher auch: „Die Klinik scheint hier auf einem guten Weg zu sein. Die Notaufnahme wird aktuell erweitert, die Personalsituation ist im Griff und die Klinik möchte das machen, wozu sie da ist: den Menschen helfen und dabei ihre hohe Qualität halten und ausbauen. Wenn dann aber auch mal Dinge geschehen, die Aufhorchen lassen, werden wir als Politik auch künftig aktiv und unsere Fragen stellen. Dass die Klinikleitung darauf so offen eingegangen ist, sehe ich als positives Zeichen und bin dafür dankbar.“

Jürgen Heimath
Fraktionsvorsitzender
08.03.2019

 

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