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Erzbistum, quo vadis?

Ein Jahr nach der Absage des Erzbistums an die Schulgenossenschaft Hamburg, sind viele Fragen offen. Sondersitzung soll Klarheit schaffen.

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass das Erzbistum beschlossen hat, keine weiteren Gespräche mehr mit der Schulgenossenschaft zu führen. Wir erinnern uns noch allzu gut daran, welcher Schock durch die Hamburger Elternschaft der katholischen Schulen fuhr, als das Erzbistum die Schließung von bis zu 8 der insgesamt 21 katholischen Schulen in Hamburg ankündigte. Begründet wurde dies mit der finanziellen Schieflage des katholischen Schulsystems. Eine Schieflage, die objektiv auch vorhanden ist, deren Ursachen aber wie in einem Rangierbahnhof zwischen hausgemacht und nahezu völlig unverschuldet immer wieder hin und her geschoben wurden. Wie auch immer liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo in der Mitte. Doch das nutzt weder den Schülerinnen und Schülern, noch deren Eltern oder auch den Lehrerinnen und Lehrern. Die Schließung mehrerer Schulen wurde beschlossen, manche sind noch in einer Gnadenfrist, während der noch nach Sponsorenmodellen gesucht werden soll. Ja, an Wunder glaubt man in der katholischen Kirche gerne, doch leider sind die Wunder in den vergangenen Jahren seltener geworden.

Um sich mal wieder auf den aktuellen Stand bringen zu lassen, hat die Bezirksversammlung Harburg auf Antrag der SPD-Fraktion eine öffentliche Sondersitzung des Ausschusses für Soziales, Bildung und Integration für den 27.2. einberufen und Vertreter des Erzbistums hierzu eingeladen.

„Die Zukunft der katholischen Schulen ist hier aber auch nur ein Thema. Zähneknirschend mussten wir zusehen, wie das katholische Schulsystem in Harburg zerschlagen wurde“, meint die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Claudia Loss. „Mit der katholischen Schule in Neugraben hat es schon vor Jahren begonnen, das Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg ist beinahe Geschichte und auch die Gnadenfristen für die sogenannten Moratoriumschulen ist auch nur ein Sterben auf Raten. Hier ist realistisch auch keine Hoffnung mehr vorhanden. Das hat an den Menschen vor Ort gezehrt, hat sie zum Teil kraftlos und verzweifelt, aber auch wütend gemacht. Doch der Sparkurs wird weitergehen. Neben den Schulen werden auch kirchliche Kitas, Gemeindehäuser, ganze Gemeinden auf den betriebswirtschaftlichen Prüfstand gestellt. Sogar die Trägerschaft der Krankenhäuser des Erzbistums wird seitens des Erzbischofs zur Disposition gestellt. Wir wollen wissen, wie es für uns in Harburg weitergehen wird. Und zwar jetzt, denn wir haben anders als die Kirche keine Zweitausend Jahre Zeit.“

Die öffentliche Sondersitzung findet am Mittwoch, 27.02. ab 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses, Harburger Rathausplatz 1, statt.

Jürgen Heimath
Fraktionsvorsitzender
20.02.2019

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